Der Traum vom Menschenflug und seine Verwirklichung im Spiegel der der Literatur

 

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Luftfahrtsgeschichte

 

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 Ein Philosoph zur Luftfahrt

Vaihinger, Hans (1852-1933, Philosoph) Eigenhändiger Brief mit Unterschrift. Halle an der Saale, 1. VIII.1914. Gr8°, 7 Seiten, Doppelblätter. Gedr. Briefkopf. 2 x gefaltet. An Maximilian Harden mit der Korrektur seiner Selbstanzeige und über das Zeppelin-Luftschiff: "..... Sicher ist das lenkbare Luftschiff Zeppelins eine, besonders äußerlich, großartige Sache, aber doch mehr noch eine große Kuriosität, als eine praktisch brauchbare große Erfindung. Besonders vom militärischen Standpunkt aus ist es praktisch nicht verwendbar. Ich habe diese Ansicht von Anfang an gehabt, so imposant die Fahrt des Zeppelin'schen Schiffes (LZ4) über Stuttgart am. 5. Aug. 1908 war, welche  (unmittelbar vor dem Unglüc k in Echtersheim (richtig: Echterdingen) mit angesehen zu haben immerhin zu den interessantesten Erinnerungen meines Lebens gehört. Aber, weil ich die Sache für militärisch unbrauchbar hielt, habe ich auch zu der bald darauf inscenierten großen  Sammlung für Zeppelin nichts gegeben, trotzdem Zeppelin damals so populär war, daß die kleinen Kinder in Halle auf der Straße sangen: Zeppelin hin, Zeppelin her, Zeppelin hat kein Luftschiff mehr. Zeppelin auf, Zeppelin nieder, Zeppelin hat sein Luftschiff wieder. Schon damals hielt ich die zu jener Zeit in Deutschland überall (und besonders auch in militärischen  Kreisen) ganz mißachteten Flugapparate für viel wichtiger. Für theoretisch wichtiger, denn die freie Erhebung eines mehr-als-die-Luft-schweren Gegenstandes durch eine mechanische Kraft ist eine der größten technischen Erfindungen aller Jahrhunderte - ja aller Jahrtausende, aber auch für praktisch wichtiger, denn mit Flugapparaten läßt sich praktisch besonders für militärische Zwecke sehr viel mehr machen, als mit den lenkbaren Luftschiffen, schon wegen der ungeheuren Größe der Letzteren. Nun aber zu einer anderen praktischen Frage. Was soll mit dem Sechs-Millionen-Fonds werden, den das deutsche Volk dem Grafen Zeppelin auch in schönem, aber übergroßen, und etwas unschwäbischen Enthusiasmus überwiesen hat? ... Sechs Millionen sind eine imposante Summe die kein anderes Volk so leicht für eine solche Sache zusammengebracht hätte. Aber die Sammlung ist unter dem Irrthum erfolgt, das lenkbare Luftschiff sei eine militärisch wichtige und fruchtbare Sache... Ich glaube, das deutsche Volk hat ein moralisches Recht darauf zu erfahren, was aus den sechs Millionen bis jetzt geworden ist, und was in Zukunft daraus werden soll? Mit vorzüglicher Hochachtung Ihr ergebener ProfDr H. Vaihinger Geheimer Regierungsrat". €850,00 incl. gesetzl. MwSt.

Maximilian Harden, 1861 - 1927, einflußreicher Journalist u. Publizist, u.a. Gründer der Zeitschift "Die Zukunft", gefürchteter Kritiker im Kaiserreich.

 

ein Auszug: